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16. Dezember 2021

Matratzen-Allianz für Recycling und Ecodesign

Ende September 2021 haben sich engagierte Schweizer Unternehmen und Organisationen zur Matratzen-Allianz zusammengeschlossen. Deren Ziel ist es, die Rohstoffe verbrauchter Matratzen als Sekundärrohstoffe in der Schweiz wiederzuverwenden. Heute werden sie lediglich thermisch verwertet.

«Es sind ungeheuer viele Ressourcen, die hier vernichtet werden; schätzungsweise 1 Million Matratzen landen in der Schweiz Jahr für Jahr in der Kehrrichtverbrennungsanlage! Das muss sich auch in der Schweiz ändern», meint Martin Klöti, Gründungsmitglied und Präsident der kürzlich gegründeten Matratzen-Allianz. Die Allianz ist das direkte Ergebnis aus der Initiative MAKE FURNITURE CIRCULAR. Diese setzt sich seit 2019 mit verschiedenen Akteuren der Schweizer Möbel- und Matratzenbranche für die vermehrte Auseinandersetzung mit der Kreislaufwirtschaft ein.

Gemeinsam Lösungen finden

Die Allianzmitglieder sind sich einig, dass punkto Ressourceneffizienz grosses Potenzial in der stofflichen Rückgewinnung der Materialien aus Altmatratzen liegt. Dafür finden sie nun entlang der gesamten Wertschöpfungskette umweltschonende Lösungsmöglichkeiten. Es geht vorerst darum, auch in der Schweiz innert nützlicher Frist eine ressourcenschonendere Recycling-Alternative zur Verbrennung zu finden. Andere Länder, vor allem im Norden Europas, tun das schon seit Jahren.

Pilotversuch Matratzenrecycling

In zwei bis drei Jahren soll auch in der Schweiz eine Matratzen-Recyclinganlage in Betrieb genommen werden können. Im Rahmen eines Pilotversuchs sollen nun im Frühjahr 2022 erste Erfahrungen gesammelt werden: Geplant ist, bei Entsorgung- und Recycling Zürich (ERZ) ausgediente Matratzen zu sammeln und per Container zu RetourMatras in die Niederlande zu bringen, um herauszufinden, wie weit sich die Matratzen aus der Schweiz von den niederländischen unterscheiden.

Die Erfahrungen aus dem Pilotversuch werden der Matratzen-Allianz als Ausgangslage für ein eigenes Schweizer Matratzenrecycling-Konzept dienen. Es gilt insbesondere zu erkennen, welche Sekundärrohstoffe dem Schweizer Matratzenmix** entspringen und welche Bedürfnisse und Absatzmärkte damit bedient werden können.

Esther Hidber, Geschäftsführerin der Matratzen-Allianz und Projektleiterin Ressourcen & Abfall bei der Stiftung Pusch, sagt: «Es geht um die Wertschätzung für ein Produkt und der darin enthaltenen Materialien über seine Lebensdauer hinaus. Es braucht einen Gesinnungswandel: Hersteller müssen sich schon im Design und in der Produktion Gedanken machen zur Weiter- oder Wiederverwertung ihrer Produkte und sich fragen, wie in diesem Fall eine Matratze gefertigt sein muss, um die darin enthaltenen Materialien am Ende der Lebensdauer ohne grosse Umstände entnehmen und verwerten zu können. Unsere Fragen lauten z.B.: Welche Materialien sollen gereinigt und als Rohstoffe wiederverwendet werden? Welche können als Sekundärrohstoff in andere Formen und Anwendungen überführt werden?».

Sekundärrohstoffe gewinnen rasch an Bedeutung, dennoch werden immernoch zu viele Primärrohstoffe verbraucht, auch in der Schweiz. Und sie hat mit 716 kg Abfall pro Person eines der höchsten Siedlungsabfallaufkommen der Welt.

** Der Schweizer Matratzen-Mix: gemäss der Einschätzung von Herstellern/Verkäufern liegen hierzulande noch etwa 60% reine Schaumstoffmatratzen in den Betten, gefolgt von etwa 35% Matratzen mit einem Mix aus Schaum-/Kunststoff und Federkern und die restlichen 5% bestehen aus Latex, Wasser, Luft oder anderen natürlichen Materialien. In den meisten europäischen Ländern ist das Verhältnis tendenziell umgekehrt, dort dominieren Federkern-Matratzen.

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Esther Hidber
Projektleiterin Ressourcen und Abfall
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esther.hidber[at]pusch.ch

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Eva-Maria Bauder
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